Ellinikon verändert Griechenlands Immobilienmarkt: Megaprojekt zieht globale Käufer an
Ein Megaprojekt treibt die Nachfrage und verschiebt Kapitalströme
Vor der Küste der griechischen Hauptstadt entsteht auf einer Fläche von mehr als sechs Millionen Quadratmetern ein Wohn- und Gewerbekomplex von kaum vorstellbarem Ausmaß. Das Projekt, unter dem Namen Ellinikon bekannt, kombiniert Wohnhäuser, Geschäftsflächen, Parks und Freizeiteinrichtungen und setzt mit einem geplanten 50-stöckigen Turm einen architektonischen Akzent.
Die Preise im Prestigehochhaus liegen bei über 13 000 Euro pro Quadratmeter und damit deutlich über vielen Spitzenlagen in Deutschland. Trotz der hohen Summen sind die meisten Einheiten bereits verkauft oder reserviert. Verantwortliche Entwickler melden Nachfrage aus mehr als 100 Ländern; ein großer Teil der Käuferinnen und Käufer investiert primär, nicht als Erstwohnsitz.
Internationale Käufer, Steueranreize und Residency als Treiber
Die Verkäufe stehen nicht isoliert. Griechenland bietet für ausländische Investorinnen und Investoren gezielte Anreize: Ab einem Immobilienerwerb von 250 000 Euro können Nicht-EU-Bürgerinnen und -Bürger eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten. Zusätzlich locken pauschale Steuerregelungen für Personen, die ihren Steuersitz ins Land verlegen, und attraktive Lebensbedingungen wie Klima, Nähe zum Meer und vergleichsweise moderate Lebenshaltungskosten.
Branchenvertreter beschreiben Ellinikon als einen der begehrtesten Zweitwohnsitz-Standorte Europas. Studien über Vermögensmigration sehen Athen als wachsendes Zentrum für wohlhabende Käufer, darunter auch Personen mit sehr hohen investierbaren Vermögen.
Folgen für den lokalen Markt und die Gesellschaft
Die Konzentration von Kapital hat Folgen: Einerseits entstehen moderne Infrastrukturen und Arbeitsplätze. Andererseits verschärft sich ein bereits bestehendes Wohnungsproblem. Kritikerinnen und Kritiker warnen, dass Investitionen in Luxusprojekte die lokale Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum nicht decken und die Preise in städtischen Lagen weiter anheben können.
Gleichzeitig verschiebt der Boom das Profil des Immobilienmarkts in Griechenland langfristig. Ausländische Anlegerinnen und Anleger, Steueranreize und ein gesteigertes internationales Interesse verändern Angebot und Nachfrage nachhaltig.
Was bleibt offen
- Wie viel bezahlbarer Wohnraum in der Region durch Neubauten kompensiert wird
- In welchem Umfang lokale Wohnkosten durch den Zuzug wohlhabender Käuferinnen und Käufer steigen
- Wie sich die langfristige wirtschaftliche Wirkung des Projekts auf Beschäftigung und Steuereinnahmen entwickelt
Ellinikon steht symbolisch für eine Entwicklung, in der Küstenlage, Klima und politische Rahmenbedingungen Kapital aus aller Welt anziehen. Ob das Projekt dem urbanen Umfeld vor Ort insgesamt nützt oder lokalen Druck auf den Wohnungsmarkt verstärkt, bleibt eine offene und kontroverse Frage.
Bericht aus Athen

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