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Immobilien 2026: Jahr der Konsolidierung und der neuen Spielregeln

29. Januar 2026

2026 wird das Jahr der Konsolidierung am Immobilienmarkt

Die Preiskorrekturen der vergangenen Jahre sind in vielen Segmenten abgefedert, doch ein Zurück in die Boomphase bleibt aus. Investoren, Entwickler und Kreditgeber stellen sich 2026 auf einen stabileren, aber anspruchsvolleren Markt ein. Das zeigt das EY Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt 2026, für das mehr als 110 Branchenvertreter aus Banken, Fonds, Projektentwicklung und institutionellen Investoren in Österreich befragt wurden.

Standortwahrnehmung und Investitionsbereitschaft

Die Attraktivität des Standorts hat deutlich nachgelassen: Nur noch fünf Prozent bewerten Österreich als sehr attraktiv, 54 Prozent als attraktiv, während 41 Prozent den Standort inzwischen als weniger attraktiv einstufen – nach 13 Prozent im Vorjahr. Die Ergebnisse spiegeln die Unsicherheit über regulatorische Vorgaben, Finanzierungskosten und die konjunkturelle Entwicklung wider.

Zurückhaltung beim Investmentvolumen

Die Mehrheit der Befragten rechnet 2026 mit einem unveränderten Investitionsvolumen (60 Prozent), 29 Prozent erwarten einen Rückgang, nur 12 Prozent gehen von steigenden Investments aus. Der Markt ist nicht mehr in der Abwärtsbewegung, aber auch weit von einem Aufschwung entfernt, bilanziert Stephan Größ, Leiter des Immobiliensektors bei EY Österreich. 2026 werde vor allem ein Jahr, in dem Kapital sehr gezielt eingesetzt werde.

Lage, Qualität und Nutzung als Preisfaktoren

Die Preiserwartungen differenzieren nach Lage und Nutzung: In primären Lagen werden über weite Teile stabile bis leicht steigende Preise prognostiziert, insbesondere im Wohnsegment. Sekundäre Lagen stehen weiter unter Druck, besonders im stationären Einzelhandel und bei Shopping Centern. Pauschale Marktbewegungen gibt es kaum noch; Lage, Objektqualität und Nutzungskonzept entscheiden, so Elisabeth Sardy-Rauter, Studienautorin und Director bei EY Österreich.

Schwerpunkte der Investoren

  • Wohnen bleibt erste Wahl: Wohnimmobilien gelten weiterhin als die attraktivste Assetklasse.
  • Health Care: Gesundheitsimmobilien zeichnen sich durch Resilienz selbst in anspruchsvollen Rahmenbedingungen aus.
  • Rechenzentren gewinnen an Bedeutung: Datacenter werden 2026 zunehmend als eigenständige Fokus-Assetklasse wahrgenommen, getrieben von Digitalisierung und strukturellem Nachfragewachstum.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Eintrittsvoraussetzungen

Technologische Tools wie KI finden verstärkt Einsatz in Datenanalyse und Entscheidungsunterstützung. Vor allem aber prägen ESG-Kriterien die Investitionsfähigkeit: 82 Prozent der Befragten erwarten eine stärkere Preisdifferenzierung zwischen nachhaltigen und nicht nachhaltigen Objekten. Zwei Drittel sehen klare Finanzierungsvorteile für taxonomiekonforme Immobilien, etwa durch bessere Konditionen. Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsstandards wandeln sich damit von Bewertungsmerkmalen zu zwingenden Voraussetzungen, um Finanzierbarkeit und Marktattraktivität zu erhalten.

Fazit

2026 entscheidet, wer den neuen Markt versteht: Wer Nachhaltigkeit und Digitalisierung nicht integriert, riskiert Wertverluste und eingeschränkten Zugang zu Kapital. Investoren und Entwickler werden selektiv investieren, Lage und Nutzung noch stärker gewichten und technische sowie ökologische Standards zur Bedingung machen.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: diepresse.com
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