Weniger Quadratmeter, neue Regeln: Deutschlands Wandel zu kleineren Wohnungen
Weniger Fläche, größere Folgen für Bau, Energie und Stadtleben
Der deutsche Wohnungsmarkt verändert sich grundlegend: Studien legen nahe, dass die durchschnittliche Wohnungsgröße in den kommenden Jahrzehnten sinken wird. Angetrieben von steigenden Immobilienpreisen, schrumpfenden Haushalten und wirtschaftlichen Kalkülen der Bauträger, entsteht ein stärkerer Fokus auf kleinere, effizient gestaltete Wohnungen.
Eine Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung dokumentiert den Wandel auf lange Sicht: Nach einem Anstieg der durchschnittlichen Wohnfläche von etwa 69 auf 94 Quadratmeter seit 1965 zeichnet sich seit Mitte der 2000er Jahre eine Trendwende ab. Prognosen gehen davon aus, dass die mittlere Wohnungsgröße bis 2050 auf rund 88 Quadratmeter fallen könnte. Parallel dazu hat sich der Anteil der Einpersonenhaushalte seit den 1960er Jahren deutlich erhöht; in Metropolen wie Berlin und München liegt er inzwischen bei etwa der Hälfte aller Haushalte.
Treiber des Trends
Mehrere Faktoren wirken zusammen: Hohe Preise und begrenztes Angebot treiben die Nachfrage nach kleineren, günstigeren Wohnungen. Bauträger favorisieren kompakte Grundrisse, weil sie die Rendite pro Grundstücksfläche erhöhen. Demografische Veränderungen wie höhere Lebenserwartung, späteres Zusammenziehen und berufliche Mobilität führen zu mehr Singlehaushalten. Internationale Vergleiche zeigen zudem, dass ähnliche Entwicklungen in Ländern mit knappen Wohnmärkten bereits früher eingetreten sind.
Auswirkungen auf Bestand und Planung
Obwohl Neubauten tendenziell kleiner werden, dominiert im Bestandswohnungsmarkt weiterhin die größere Wohnungsfläche. Das schafft eine Übergangsphase mit vielfältigen Herausforderungen: Politische Steuerung ist gefragt, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern und gleichzeitig energetische Ziele zu erreichen. Kleinere Wohnungen müssen gut geschnitten und energieeffizient geplant werden, damit sie Wohnqualität bieten und nicht zu sozialer Segregation führen.
Was Bauindustrie und Politik tun können
- Mehr flexible Grundrisse entwickeln, die veränderte Lebensweisen ermöglichen.
- Förderprogramme für energetische Nachrüstung und smarte Haustechnik ausweiten.
- Städtebau so gestalten, dass kompakte Wohnungen durch großzügige Gemeinschaftsflächen und Grünräume ergänzt werden.
- Regulatorische Anreize setzen, die nachhaltiges, bezahlbares Bauen belohnen.
Der Trend zu kleineren Wohnungen ist kein rein technisches Problem, sondern ein gesellschaftlicher Prozess, der Wohnqualität, Klimaziele und soziale Teilhabe gleichzeitig berührt. Entscheidend wird sein, wie Politik, Bauwirtschaft und Städte ihn gestalten, damit Verdichtung nicht automatisch Verdichtung von Lebensqualität bedeutet.

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