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Tegernseer Tal rutscht in die Wohnkrise Trotz Preisrückgang bleibt bezahlbarer Wohnraum Mangelware

07. Februar 2026

Wohnraummangel bedroht Beschäftigung und Zukunftsfähigkeit im Tal

Bad Wiessee — Obwohl die Kaufpreise am Tegernsee zuletzt deutlich sanken, bleibt die Lage am Wohnungsmarkt dramatisch. Eine aktuelle Debatte im Wiesseer Gasthof zur Post machte deutlich: Verfügbare Objekte gibt es zwar, bezahlbare Wohnungen für Beschäftigte fehlen jedoch.

Die IHK-Studie verzeichnet im Landkreis Miesbach rund 900 registrierte Immobilienmakler, und die lokale Branche ist in Sorge. Im Tegernseer Tal stehen derzeit schätzungsweise 150 Eigentumswohnungen, mehr als 90 Häuser und über 50 Grundstücke zum Verkauf. Doch diese Bestände decken nicht den Bedarf an Miet- und preisgünstigem Wohnraum für Arbeitnehmer.

Alexander Schmid von der Regionalentwicklung Oberland warnte, der Engpass resultiere aus sehr geringem Leerstand und einer überdurchschnittlich hohen Pro-Kopf-Wohnfläche. Viele Firmen litten bereits unter Personalproblemen, weil Beschäftigte keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Aktuell gebe es im Landkreis rund 450 Mitarbeiterwohnungen, der kurzfristig dringende Bedarf werde jedoch auf mindestens 180 Wohnungen geschätzt, davon etwa 80 allein im Tegernseer Tal und rund 50 im Raum Holzkirchen.

Staatskanzleichef Florian Herrmann betonte die Notwendigkeit seriöser Beratung und Kommunikation zwischen Politik und Immobilienbranche. Makler könnten helfen, passende Objekte und angemessene Investitionsentscheidungen zu identifizieren; die Politik sei gefordert, die Rahmenbedingungen für verbindliche Lösungen zu schaffen.

Marktbeobachter sehen die Entwicklung differenziert: Nach einer Phase hoher Nachfrage und Preissteigerungen habe 2025 eine Marktbereinigung eingesetzt. Kaufpreise liegen nach Angaben lokaler Notartermine inzwischen zehn bis zwanzig Prozent unter früheren Angebotspreisen. Luxusimmobilien bleiben begehrt, die mittlere Preisklasse zwischen einer und fünf Millionen Euro allerdings verzeichnen deutlich weniger Käufer.

Trotz der Korrektur blicken zahlreiche Gemeinden und Unternehmen mit Sorge auf die mittelfristige Entwicklung: Ohne zusätzliche, gezielt geförderte Wohnungen für Berufspendler und Fachkräfte drohe die Bindung von Betrieben an den Standort zu schwinden. Die lokale Wirtschaft fordert deshalb schnellere, konkrete Maßnahmen, um bezahlbares Wohnen zu schaffen und Fachkräfte dauerhaft zu halten.

Was jetzt wichtig ist

  • Schnellere Schaffung von geförderten Mietwohnungen und Mitarbeiterunterkünften
  • Bessere Abstimmung zwischen Kommunen, Wirtschaft und Landespolitik
  • Maßnahmen zur nachhaltigen Verdichtung ohne Verlust des Landschaftsbilds

Die Debatte im Tal zeigt: Der Tegernsee bleibt ein Sehnsuchtsort, doch die Herausforderung besteht darin, diesen Lebensraum für die Menschen zu erhalten, die das Inland täglich am Laufen halten.

Der Bericht stützt eine Nachricht von: merkur.de
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